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1 Konzeption Allgemeines
Die evangelischen Alt- und Mittelstadtgemeinden Karlsruhe haben für Kinder, Jugendliche sowie deren Eltern ein umfangreiches Angebot an Gottesdiensten, Freizeiten, Betreuungsmöglichkeiten und verschiedenen Aktionen. Dieses Angebot wird unter dem Namen „Kinder-Stadtkirche” zusammengefasst.
In der „Kinder-Stadtkirche” wird der Grundgedanke des Konzeptes der City-Kirchenarbeit, die in den beiden Gemeinden verwirklicht ist, auf die Arbeit für und mit Kindern und Jugendlichen übertragen. Das Angebot der „Kinder-Stadtkirche” richtet sich über die Gemeindegrenzen hinweg an Kinder und Jugendliche aus ganz Karlsruhe und der Region. Entsprechend werden die Aktivitäten der „Kinder-Stadtkirche” nach den Bedürfnissen dieser Zielgruppe ausgerichtet.
Veranstaltungen der „Kinder-Stadtkirche” sind in der Weise aufeinander abgestimmt, dass Kinder aller Altersstufen - sowohl in den Ferien als auch in der Schulzeit - attraktive Angebote finden können.
Die Zielgruppen der „Kinder-Stadtkirche” sind:
• Eltern von kleinen Kindern, die christliche Begleitung für sich und ihre Kinder suchen.
• Kinder im schulfähigen Alter, die durch regelmäßige Angebote Gruppen mit Bezugspersonen finden.
• Eltern und deren schulpflichtige Kinder, die in der Schulzeit und in den Ferien Betreuungsangebote suchen.
• Jugendliche, die Bezugsgruppen suchen.
• Jugendliche und Erwachsene, die als Mitarbeiter herangezogen werden können.
Die „Kinder-Stadtkirche” setzt sich zum Ziel, die Vermittlung christlicher Werte und die bedarfsgerechte Betreuung der Kinder miteinander zu verbinden. Daher sind sämtliche Veranstaltungen der „Kinder-Stadtkirche” stark inhaltlich ausgerichtet. Wie die Erfahrung zeigt, wird gerade dieses klare Profil von den Eltern begrüßt.
Veranstaltungen der „Kinder-Stadtkirche” werden mit einfachen, effizient eingesetzten Mitteln durchgeführt. Dadurch können die Preise für Freizeiten etc. sozial gestaltet werden.
Im Oktober 2002 wurde der Verein „Kinder-Stadtkirche, Verein für Kinder- und Jugenddiakonie an der Evangelischen Stadtkirche e.V.” gegründet. Dieser Verein ist fester Bestandteil der „Kinder-Stadtkirche”. Seine Gründung verfolgt eine Reihe von pragmatischen Zielen:
1. Menschen können durch eine Mitgliedschaft ihre Verbundenheit zur „Kinder-Stadtkirche” demonstrieren, ohne dafür ihre Gemeinde oder ihre Konfession wechseln zu müssen. Die Kinder-Stadtkirche erfährt auf diese Art und Weise eine wesentliche finanzielle Förderung.
2. Der Verein stellt finanzielle Mittel und Personal für die Umsetzung der Arbeit der Kinder-Stadtkirche zur Verfügung.
3. Da der Verein eine selbständige juristische Person darstellt, können viele organisatorische und verwaltungstechnische Vorgänge erheblich vereinfacht und verkürzt werden.
Dem Verein wurde vom Finanzamt Karlsruhe die Gemeinnützigkeit vorläufig bescheinigt. Was uns wichtig ist: Elemente der „Kinder-Stadtkirche“
Das Programm der „Kinder-Stadtkirche” beinhaltet folgende Kern-Elemente:
a Gottesdienste Es werden Gottesdienste mit unterschiedlichen, neuen Konzeptionen entwickelt und durchgeführt. Diese sind für Kinder verschiedenen Alters ausgelegt. Mit den Gottesdiensten sollen auch Kinder und Jugendliche angesprochen werden, die bisher keinen Zugang zu Gottesdiensten gefunden haben. Als Beispiele zu nennen sind hier der „Schön, dass Du da bist“-Gottesdienst, der sich mit einer einfachen und kurzen Liturgie an Klein-Kinder und ihre Eltern wendet, sowie die „Karlsruher Bibelkiste“, einem Mitspielgottesdienst für Kinder ab sechs Jahren, in dem Bibelgeschichten gespielt werden. Die Gottesdienste finden regelmäßig wöchentlich oder monatlich statt.
b Freizeiten Im Laufe eines Jahres werden eine Reihe von Freizeiten angeboten. Die Konzeptionen dieser Freizeiten sind sehr unterschiedlich. Kurze Wochenendfreizeiten für Kinder, die zum ersten Mal alleine verreisen, einwöchige Projektfreizeiten, in denen mit Kindern von sieben bis zwölf Jahren verschiedene experimentelle Projekte durchgeführt werden, wie zum Beispiel die Verfilmung einer Bibelgeschichte, und längere Freizeiten für Jugendliche bis 15 Jahren sind fester Bestandteil des Angebotes der „Kinder-Stadtkirche“. Zusätzlich werden Freizeiten für und mit den jugendlichen Mitarbeitern durchgeführt.
c Kinder-Kirchen-Ferien Die Kinder-Kirchen-Ferien sind eine Tagesbetreuung für Kinder von fünf bis elf Jahren in Karlsruhe, welche wochenweise angeboten wird und von bis zu 80 Kindern pro Woche besucht werden. Die Kinder-Kirchen-Ferien stehen in jeder Woche unter einem anderen biblischen Motto, welches in Erzählung, Spiel und kreativem Programm umgesetzt wird. Derzeit finden die Kinder-Kirchen-Ferien vier Wochen lang in den Sommerferien und in den Weihnachtsferien statt. Es ist das Ziel der „Kinder-Stadtkirche”, die Kinder-Kirchen-Ferien generell in Ferienzeiten anzubieten.
d Tagesveranstaltungen und Projekte Verschiedene Tagesveranstaltungen und Projekte wie Ausflüge, Bastelnachmittage, eine Geschichten-Nacht im Turm der Stadtkirche, Theater-Projekte und Ähnliches ergänzen das Programm. Diese werden häufig inhaltlich mit Aktivitäten anderer Arbeitsbereiche an der Stadtkirche verknüpft. So führte die „Kinder-Stadtkirche“ im Jahr 2002 an den Adventssamstagen parallel zur Krippenausstellung in der Krypta der Stadtkirche ein Krippenbasteln durch.
e Schüler-Betreuung während der Schulzeit Seit Februar 2002 führt die „Kinder-Stadtkirche” die Betreuung von Schülern im Rahmen der verlässlichen Grundschule an der Hans-Thoma-Schule durch. Zusätzlich ist eine Nachmittagsbetreuung für Schüler ab Herbst 2002 in Planung. Neben einer intensiven Unterstützung bei der Erledigung der Hausaufgaben werden regelmäßig Einheiten mit christlichem Inhalt Kern der Betreuung sein. Mit sehr flexibel gehaltenen Betreuungszeiten wird weitgehend auf den Betreuungsbedarf der Kinder eingegangen.
f Kinder-Betreuung an Samstagen Noch für das Jahr 2002 ist an Samstagen, möglicherweise noch häufiger, eine Kinder-Betreuung für Kinder im Turm der Stadtkirche in Planung. Entsprechende Verhandlungen mit der Stadtmarkting Karlsruhe GmbH laufen.
g Eltern-Kind-Arbeit In Krabbelgruppen geben wir Eltern Ideen und Hilfen zur religiösen Früh-Erziehung ihrer Kinder an die Hand.
h Zusammenarbeit mit dem Kindergarten Eine intensive Zusammenarbeit erfolgt auch mit dem Kindergarten der Evang. Alt- und Mittelstadtgemeinden. Diese Zusammenarbeit erstreckt sich von gemeinsame Veranstaltungen, wie dem Kinderprogramm auf Gemeindefesten oder einem Kindermusical, bis zur Mitwirkung von Mitarbeitern der „Kinder-Stadtkirche” bei inhaltlichen Einheiten im Kindergarten.
Die Mitarbeiter
Die „Kinder-Stadtkirche” stützt sich im Wesentlichen auf ehrenamtliche Kräfte.
Ein großer Teil der oben aufgeführten Gottesdienste und Veranstaltungen werden hauptsächlich von Jugendlichen und jungen Erwachsenen betreut und geleitet. Entsprechend wird den Jugendlichen breite Mitsprachemöglichkeit bezüglich Umfang und Gestaltung des Programms sowie bei der Durchführung der Veranstaltungen eingeräumt. Die jugendlichen Mitarbeiter können dadurch verantwortliches Handeln erlernen und einüben.
Erwachsene Mitarbeiter setzen sich vorwiegend in der Eltern-Kind-Arbeit und in der Arbeit für Kinder unter sechs Jahren ein (Gottesdienst für Kleinkinder, Krabbelgruppe etc.).
Begleitet und qualifiziert werden die Mitarbeiter durch die Pfarrer der Alt- und Mittelstadtgemeinden sowie durch den Geschäftsführer der „Kinder-Stadtkirche”. Zusätzlich wird den Mitarbeitern regelmäßig die Teilnahme an Kursen und Schulungen ermöglicht.
Die derzeit einzige hauptamtliche Kraft der „Kinder-Stadtkirche” ist der Geschäftsführer. In dessen Aufgabenbereich fällt die Betreuung der Mitarbeiter, die Organisation eines Großteils der Veranstaltungen sowie die Erledigung der Tagesgeschäfte.
2 Entwicklung der „Kinder-Stadtkirche”
Anfang der 90er Jahre war die Kinder- und Jugendarbeit an den Evang. Alt- und Mittelstadtgemeinden noch rein parochial ausgerichtet. Sie beschränkte sich auf den wöchentlichen Kindergottesdienst sowie wenige jährlich stattfindende Aktionen wie etwa einen Grillausflug. 1992 wurde das Programm um ein monatlich stattfindendes Kinder-Frühstück erweitert, einen Gottesdienst, der mit einem gemeinsamen Frühstück begonnen wird. Im Jahre 1994 wurde eine erste Kinderfreizeit angeboten. Bereits bei diesen Angeboten stellte sich heraus, dass sie hauptsächlich von Kindern besucht wurden, die nicht Gemeindeglieder waren und größtenteils nicht im Gemeindegebiet wohnten. Auch ein größer werdender Anteil der ehrenamtlichen Mitarbeiter der „Kinder-Stadtkirche” gehörten nicht den Stadtkirchen-Gemeinden an. In dieser Entwicklung spiegelt sich das Profil beider Gemeinden an der Stadtkirche wieder.
Darauf reagierend wurden alle neuen Angebote der „Kinder-Stadtkirche” für Kinder in der ganzen Stadt und deren Umgebung konzipiert. Insbesondere seit 1998 wurde das Programm der „Kinder-Stadtkirche” stark erweitert. Eine Eltern-Kind-Gruppe wurde eingerichtet, ein Gottesdienst für Kleinkinder eingeführt und das Angebot an Ferienmaßnahmen erweitert. Dazu zählten eine dreiwöchige Erholungsmaßnahme für zuhause gebliebene Kinder in Karlsruhe und eine Pfingstfreizeit für Jugendliche bis 15 Jahren sowie Wochenendfreizeiten für Kinder ab 6 Jahren.
Im Jahre 1998 haben die Evangelischen Alt- und Mittelstadtgemeinden zudem die Betriebsträgerschaft des Freizeitheimes Oberotterbach, einem Selbstversorgerhaus im Pfälzer Wald, übernommen. Durch dieses Haus wurde es möglich, vermehrt Freizeiten für Kinder sowie für Mitarbeiter der „Kinder-Stadtkirche” kostengünstig durchzuführen.
Bis zum Jahre 2001 hatte die Arbeit der „Kinder-Stadtkirche” einen Umfang erreicht, der die Möglichkeiten der bis dahin rein ehrenamtlich getragenen Arbeit überstieg. Gleichzeitig zeigten die Reaktionen von Kindern und Eltern auf das Programm, dass ein weiterer Ausbau des Angebotes erstrebenswert ist.
3 Finanzierung der „Kinder-Stadtkirche“
Um Sach- und Personalmittel zu erwirtschaften, stützt sich die „Kinder-Stadtkirche“ auf ein vierteiliges Finanzierungsmodell. Dies setzt sich zusammen aus:
a Einnahmen aus kostenpflichtigen Veranstaltungen Ein Teil der Veranstaltungen der „Kinder-Stadtkirche“ wie die Freizeiten werden gegen einen Teilnehmerbeitrag angeboten.
b Mitgliedsbeiträge und Spenden Mit den Mitgliedsbeiträgen verfügt die „Kinder-Stadtkirche“ über eine gut kalkulierbare Einnahmengrundlage. Um diese Grundlage zu vergrößern, wird in nächster Zeit verstärkt Mitgliederwerbung betrieben.
c Sponsoring Die Einbindung lokaler und regionaler Sponsorpartner wird angestrebt. Zum jetzigen Zeitpunkt ist eine solche Einbindung noch nicht erfolgt.
d öffentliche und kirchliche Zuschüsse Die „Kinder-Stadtkirche“ wirbt sowohl projektgebundene als auch allgemeine Mittel aus der öffentlichen Hand ein. Verhandlungen diesbezüglich laufen. Die Gemeinden an der Stadtkirche übernehmen mit einem jährlichen Zuschuss von 5000 Euro die Finanzierung aller Gottesdienste.
Vor allem in der Aufbauphase, in der noch nicht alle Finanzierungsquellen erschlossen sind, ist die „Kinder-Stadtkirche“ auf weitere Zuschüsse angewiesen. Darum bewirbt sich die „Kinder-Stadtkirche“ um einen Zuschuss aus dem Innovationsfonds des Oberkirchenrates der badischen Landeskirche. Mittel aus diesem Fonds sollen dazu verwendet werden, das Personal der Geschäftsführung zu finanzieren, um die Umsetzung aller geplanten Aktivitäten der „Kinder-Stadtkirche“ verstärkt vorantreiben zu können. |